Wirbellose Tiere

Allgemeines - Nephila-Spinne - Vogelspinnen - Stabschrecken - Stielaugen-Fliegen - Ohrwürmer - Rüsselkäfer - Hirschkäfer - Nashornkäfer - Bockkäfer - Rosenkäfer - Uraniden-Falter - Vogelflügler

Allgemeines

Zoogeografisch wird die Fauna Neuguineas zur Australischen Region gerechnet. Damit unterscheidet sich die Fauna von der Flora, die eher zur orientalischen Region zuzurechnen ist.
Die Wirbellosenfauna Neuguineas ist äußerst artenreich,aber noch wenig erforscht. Man kennt beispielsweise „erst“ ca. 300 Spinnen-, ca. 25 000 Käfer- und 959 Tagfalterarten.
Sie kann mit einigen Besonderheiten aufwarten, beispielsweise leben auf Neuguinea der größte Tagfalter der Erde mit einer Flügelspannweite von 25 cm.
Quelle: (3)


Nephila-Spinne

Nephila-Seidenspinne (Nephila spec.), Familie: Nephilidae

Die Nephila-Spinnen sind über ganz Südostasien verbreitete Radnetzspinnen. Die meist prächtig gefärbten Tiere sind mit bis zu 6 cm Körperlänge die größten Radnetz bauenden Spinnen, die man kennt.. Der häufigste Vertreter in Neuguinea ist Nephila maculata. Ein typisches Kennzeichen der Nephila-Spinnen sind die stark behaarten Gelenke. Lebensräume sind vor allem tropische Wälder bzw. Waldränder, aber auch menschliche Ansiedlungen und Häuser. Das Weibchen ist, wie bei anderen Spinnen Arten, wesentlich größer als das Männchen.
Seidenspinnen ernähren sich hauptsächlich von Fliegen und anderen flugfähigen Insekten. Meist wird die Beute sofort ausgesaugt, große Beutetiere werden lebend in einem Kokon eingesponnen. Ihre Beute fangen die Nephila-Spinnen in Netzen, die einen Durchmesser von bis zu einem Meter haben. Wird ein Netz beschädigt, legt die Spinne es nicht neu an, sondern repariert es. Die Netze selbst sind sehr reißfest - daher rührt auch der Name Seidenspinne. Sogar kleinere Vögel können sich in solchen Netzen verfangen.
Normalerweise braucht die Nephilaspinne ca. 90 min, um ihr Netz herzustellen. Die Lebensdauer der Seidenpinnen beträgt durchschnittlich 5 - 6 Monate.

Nephilaspinne im Freiland Nephila spec.
Pusppenssat, Irian Jaya, 1998
Foto: Frank-Peter Roick


Vogelspinnen

Vogelspinnen, Familie: Theraphosidae

Vogelspinnen sind nachtaktive Tiere. Man findet am Boden, in den Baumkronen und in Höhlen.
Die meisten Vogelspinnen-Arten von Neuguinea leben auf dem Boden, wo sie teilweise umfangreiche Gangsysteme anlegen. In der Regel leben sie in den Tiefland Regenwäldern Neuguineas, sind aber auch bis zu einer Höhenlage von 3000m zu finden. In noch höheren Lagen kommen keine Vogelspinnen mehr vor.
Über die Vogelspinnen-Fauna Neuguineas ist nach wie vor wenig bekannt. Auf Neuguinea sind gegenwärtig 14 Arten in 4 Gattungen beheimatet.


Stabheuschrecken

Stabheuschrecken, Familie: Phasmidae

Stabheuschrecken sind über ganz Neuguinea verbreitet. Darunter sind auch Riesen zu finden, die bis zu 30 cm groß werden können. Die meisten Arten leben im Geäst und Gebüsch an Waldrändern und in der Kulturlandchaft Neuguineas. Die Entwicklung der Eier kann bei manchen Arten bis zu einem Jahr andauern. Viele Arten sind endemisch, besonders die Eurycanthinae sind für Neuguinea typisch. Von Neuguinea kennt man ca. 200 Arten.

Solch auffälligen Insekten wie die Stabheuschrecken Phasma spec. bleiben nicht verborgen
Kol, Papua Neuguinea, 1996
Foto: A. Michalcyk


Stielaugen-Fliegen

Stielaugenfliegen (Phytalmia spec.), Familie: Tephritidae

Außergewöhnlich sind die in Neuguinea mit mehreren Gattungen und Arten beheimateten Stielaugenfliegen. Die Männchen kämpfen mit ihren geweihartigen Augenanhängen um die Weibchen. Sie tragen ihre Kämpfe meist auf alten vermoderten Edelholzbäumen aus, indem sie sich gegenseitig schieben und drängen. Wem es gelingt den Rivalen aus der Arena zu schieben, hat den freien Zugang zu den Weibchen. Die Weibchen ihrerseits suchen sich besonders die erfolgreichsten Männchen mit dem größten "Geweih" heraus, da dies ihnen die genetische Fitness des jeweiligen Männchen signalisiert. Unmittelbar nach der Begattung legen die Weibchen ihre Eier mit einem Legeapparat in das Holz der morschen Bäume.
Quelle: (7)

Ein Stielaugenfliegen-Männchen versucht einem anderen Männchen das Weibchen abzuwerben, Phytalmia spec.
Wau, Papua Neuguinea, ca. 1998
Foto: A. Riedel

Männchen einer Stielaugenfliege, Phytalmia spec.
Wau, Papua Neuguinea, ca. 1998
Foto: A. Riedel


Ohrwürmer

Schwarzer Ohrwurm (Chelisoches morio), Ordnung: Dermaptera - Ohrwürmer

Dieser in Neuguinea sehr häufige Art, kommt weltweit in Tropenregionen vor. Man kann ihn besonders gut zwischen den Blattscheiden von Bananenstauden und unter Rinde von Bäumen beobachten.
Der schwarze Ohrwurm ist flugfähig und sowohl tag- als auch nachtaktiv. Er ist zwar Allesfresser bevorzugt aber meist tierische Nahrung.
Die Weibchen können in einem Abstand von 1-2 Monaten 4 Gelege mit ca. 40 Eiern legen. 4-6 Tage vor dem Larvenschlupf sind die Embryonen in die fast glasartigen Eiern sichtbar. Bis zum fertigen Insekt benötigt dieser Ohrwurm 4 Larvenstadien. Seine Gesamtentwicklung dauert je nach Temperatur und Leuftfeuchte 3 bis 5 Monate.

Schwarzer Ohrwurm Chelisoches morio
Bokondini, Irian Jaya, 1999
Foto: D. Matzke


Rüsselkäfer

Rüsselkäfer, Familie: Curculionidae

Von den weltweit bekannten ca. 60.000 Rüsselkäferarten kommen rund 1000 auf Neuguinea vor. Allerdings vermuten Biologen, dass die Zahl der für Neuguinea noch unbekannten Rüsselkäferarten ca. 10.000 beträgt.
Rüsselkäfer sind hochspezialisierte Pflanzenfresser, die mit ihren scherenförmigen Mundwerkzeugen Blätter oder Rinde abbeißen. Typischer Vertreter dieser Region sind Arten der Gattung Eupholus. Diese Arten sind in Deutschland meist unter dem Namen Prachtrüssler bekannt.
Quelle: (3)

Marquardt's Nacktrüssler Gymnopholus marquardti
Mt. Kaindi, Papua Neu Guinea, 1998
Foto: A. Riedel

Pascoe's Langkopfkäfer Phocylides pascoei
Japen Island, Irian Jaya, 1999
Foto: A. Riedel

Türkis Prachtrüssler Eupholus magnificus
Wapoga River, Irian Jaya, 1999
Foto: A. Riedel


Hirschkäfer

Hirschkäfer, Familie: Lucanidae

Bisher sind von Neuguinea rund 40 Hirschkäferarten bekannt. Wie die heimischen Arten ernähren auch sie sich von auslaufenden Baumsäften, die sie mit ihren pinselförmigen Mundwerkzeugen auflecken.


Nashornkäfer

Nashornkäfer, Familie: Scarabaeidae

Die typischen Merkmale dieser Käfergruppe sind die verlängerten Kopffortsätze der Männchen, die diese zur Revierverteidigung einsetzen. Die Formen der Kopffortsätzte sind sehr mannigfaltig und können innerhalb einer Art auch stark variieren.
Für Biologen gelten solche Fortsätze, die meist nur beim Männchen auftreten, als sekundäre Geschlechtsmerkmale.


Bockkäfer

Bockkäfer, Familie: Cerambycidae

Im Großraum Neuguinea findet man nach GRESSIT ca. 3500 Bockkäferarten. Die markantesten Bockkäferarten sind die großen Batocera-Arten die man relativ häufig antreffen kann. Aus dieser Gattung wurden bisher insgesamt etwa 50 Arten beschrieben, die hauptsächlich im südostasiatischen, afrikanischen und australischen Raum verbreitet sind. Einige Arten können Bäume und Sträucher durch Fraß beträchtlich schädigen.
Quelle: (3)

Aus der Gattung Batocera wurden bisher etwa 50 Arten beschrieben. Hauptsächlich sind sie im südostasiatischen, afrikanischen und australischen Raum verbreitet. Einige Arten können Bäume und Sträucher durch Fraß beträchtlich schädigen.

Bockkäfer im Freiland Batocera wallacei
Foto: A. Riedel

Bockkäfer Sphingnotus mirabilis
Biak, Irian Jaya, ca. 1998
Foto: A. Riedel


Rosenkäfer

Rosenkäfer , Unterfamilie: Cetoninae

Die meisten Rosenkäfer ernähren sich von Blüten, Blättern oder Blütenpollen und sind Tagaktiv. Auch im warmen Klima von Neuguinea brauchen Rosenkäferlarven eine Entwicklungszeit von mehreren Jahren. Einige der Rosenkäferarten werden von Völkern Neuguineas zur Dekoration von Skulpturen und Schmuck verwendet.
Quelle: (3)


Uraniden-Falter

Uraniden Falter, Familie Uraniidae

Die ausschließlich in den Tropen verbreiteten, etwa 100 Arten umfassende Uraniden-Falter, fallen durch besondere Färbung und Verhalten auf. Einige Vertreter der Uraniden-Falter ahmen sogar andere Schmetterlinge z.B. Ritterfalter (Papilionidae) nach, weil diese Warntrachten besitzen, welche sie vor Fressfeinden schützt.
Die bunte Zeichnung und das Verhalten vieler Uraniden-Falter, die auch am Tage fliegen, lässt vermuten, dass sie Tagfalter sind. Sie gehören aber in eine Verwandtschaftsgruppe mit den Spannern (Geometridae).
Alcides acanthyrsus ist einer der bekanntesten Vertreter und lebt in den Wäldern Neuguineas.

Detail des Schmetterlings-Dioramas: Trinkender Alcides-Falter
Foto: M. Hoffmann, 2000

Eine andere Art eines Uraniden-Falters: Lyssa spec. am Tuch einer Lichtfanganlage.
Pusppenssat, Irian Jaya, 1998
Foto: F.-P. Roick


Vogelflügler

Vogelflügler, Gattung: Ornithopera

Das Vorkommen dieser Gattung der Papilioniden (=Ritterfalter) ist ausschließlich auf Neuguinea und die angrenzende Inselwelt beschränkt. Seit ihrer Entdeckung gehören sie zu den von Sammlern begehrtesten Tagfaltern, wodurch Maßnahmen zum Schutz dieser Arten ergriffen werden mussten.
1986 wurde erstmals vom World Wide Fund for Nature (WWF) in Zusammenarbeit mit Indonesischen Behörden versucht, Einheimische für die Zucht dieser Schmetterlinge zu interessieren. In Amerika, Japan und Europa existierte bereits ein Markt, der die Abnahme der gezüchteten Tiere garantierte. Das Konzept war so erfolgreich, dass sich mittlerweile einige Zuchtstationen in Neuguinea etabliert haben. Somit ist die Gefährdung dieser Falter durch zu intensives Besammeln stark herabgesetzt, wenn auch nicht ganz auszuschließen ist, dass dennoch Tiere aus der Natur weggefangen werden.
Gegenwärtig werden folgende Vogelflügler gezüchtet: Ornithoptera goliath, O. paradiesea arfakensis, O. tithonus und O. rothschildi.
Quelle: (11)

 
Männchen   Weibchen

Ornithoptera p. poseidon lebt in Neuguinea vorzugsweise an Waldrändern und in Gärten der Einheimischen. Seine Raupe ernährt sich von Pfeifenstrauchgewächsen (Aristolochiaceae).


Kleine Wirbellosen-Bildergalerie

Stachelspinne Oberseite Gasteracantha spec.
Familie: Araneidae
Kol, Papua Neuguinea; 1997
Foto: Dr. A. Gabert

Stachelspinne Unterseite Gasteracantha spec.
Familie: Araneidae
Kol, Papua Neuguinea; 1997
Foto: Dr. A. Gabert

Männchen einer Springspinne
Familie: Saltacidae
Wau, Papua Neuguinea; ca. 1998
Foto: A. Riedel

Auf Baumrinde lebende Flechtenspinne
Familie: Hersiliidae
Wau, Papua Neuguinea; ca. 1998
Foto: A. Riedel

An Bächen lebende Raub- oder Jagdspinne
Familie: Pisauridae
Kelilal, Irian Jaya; 2000
Foto: G. Ehlers

Regenwurm auf dem Waldboden, Feuerzeug zeigt Größe des Exemplars
Familie: Lumbricidae
Kuper Range, Papua Neuguinea; 1998
Foto: H. Däumer

Heuschrecke
Sasima spec.
Wau Ecology Institut, Papua Neuguinea; 1999
Foto: Dr. A. Riedel

Dornschrecke auf dem Waldboden
Familie: Tetrigidae
Waul, Papua Neuguinea; 1999
Foto: Dr. A. Riedel

Termiten auf einem Baumstamm
Familie: Termitidae
Wau Ecology Institut, Papua Neuguinea; 1999
Foto: Dr. A. Riedel

Einsiedlerkrebs
Familie: Coenobitidae
Pusppenssat, Irian Jaya; 1998
Foto: J. P. Roik

Schnurfüßer (Diplopoda: Spirobolidae)
finden sich vor allem in abgestorbenem Pflanzenmaterial
z. B. in der Laubstreu auf Waldböden
Foto: Autor unbekannt


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